Manchmal sind die besten Reisen die, die man gar nicht geplant hat. Genau einen Tag vor Abflug haben meine Schwester und ich beschlossen: Wir fliegen nach Athen. Was als spontaner TravelCircus begann, wurde nebenbei zum Test eines brandneuen Tarif – denn wir saßen auf einem der ersten Flüge im neuen Lufthansa Business Comfort Tarif, der erst seit 28. April 2026 den bisherigen Business Saver ersetzt. In diesem Review erfährst du, was der neue Tarif auf der Kurzstrecke wirklich bietet, warum uns ein Gabelflug über 400 Euro gespart hat, wie es um den Bodenservice in München steht – und warum am Ende vor allem die Crew den Unterschied gemacht hat.
Das erwartet dich in diesem Review:
- Die Eckdaten zu diesem Flug
- Die Buchung: Wie uns ein Gabelflug über 400 Euro gespart hat
- Business Comfort: Was steckt hinter dem neuen Lufthansa-Tarif?
- Die Anreise: Mit dem Bayern-Ticket für 44 Euro zum Flughafen München
- Check-in am Terminal 2: Wo ist der persönliche Service geblieben?
- Sicherheitskontrolle: Die neuen CT-Scanner sind ein Gamechanger
- Lufthansa Lounge München: Gut bestückt, aber an der Kapazitätsgrenze
- Verspätung und Boarding: Eine Stunde warten ohne Ansage
- Sitz und Kabine: Lohnt sich die erste Reihe im A320neo?
- Catering und Service: Hier spielt Lufthansa ihre Stärke aus
- Ankunft in Athen: Priority-Gepäck mit gemischter Bilanz
- Die Kosten im Überblick
- Fazit: Solides Produkt, herausragende Crew – zu einem Preis mit Schmerzgrenze
- Häufige Fragen zu Lufthansa Business Comfort
- Weiterlesen auf erstereihe.at
Die Eckdaten zu diesem Flug
| Flug | LH1754, München (MUC) → Athen (ATH) |
| Datum | Montag, 10. August 2026, planmäßig 15:10 Uhr |
| Flugzeug | Airbus A320neo |
| Tarif | Business Comfort (Lufthansa Group Europa-Tarif) |
| Sitzplatz | 1A und 1C (Reihe 1, gegen Aufpreis) |
| Preis | 1.178,82 € für 2 Personen als Gabelflug MUC→ATH / ATH→VIE |
| Flugzeit | 2 Stunden 18 Minuten |
| Verspätung | 60 Minuten (Personalmangel beim Bodenpersonal in München) |
| Selbst bezahlt | Ja, komplett |
Transparenz: Diesen Flug haben wir komplett selbst bezahlt – alle Preise findest du unten aufgeschlüsselt. Erlebt, fotografiert und bewertet habe ich alles selbst; bei Struktur und Recherche hat mir KI geholfen. Affiliate-Links sind als solche gekennzeichnet.
Die Buchung: Wie uns ein Gabelflug über 400 Euro gespart hat
Wer einen Tag vor Abflug bucht, zahlt normalerweise Mondpreise. Ein klassischer Hin- und Rückflug ab München nach Athen hätte in der Business Class rund 800 Euro pro Person gekostet.
Beim Durchspielen der Optionen bin ich aber auf eine deutlich günstigere Variante gestoßen: einen Gabelflug – hin mit Lufthansa von München nach Athen (LH1754), zurück mit Austrian Airlines von Athen nach Wien (OS802). Endpreis: 1.178,82 Euro für zwei Personen, also rund 590 Euro pro Person für beide Strecken in der Business Class. Eine Ersparnis von über 420 Euro gegenüber der klassischen Retour-Buchung.
Mein Tipp aus jahrelanger Erfahrung als Flugbegleiter und Vielbucher: Spiel vor jeder Buchung die Varianten durch. Gabelflüge – also Hinflug und Rückflug über verschiedene Flughäfen – werden von den Buchungsmasken oft günstiger bepreist als die naheliegende Retour-Verbindung. Für uns aus dem Raum Salzburg sind sowohl München als auch Wien gut erreichbar, der Gabelflug war also nicht nur billiger, sondern hat uns nebenbei eine Entscheidung abgenommen: Auto oder Bahn? Mit Abflug in München und Ankunft in Wien wäre das Auto zwangsläufig am falschen Flughafen gestanden – also Bahn.
Wenn du bei der Buchung ohnehin flexibel bist, lohnt sich auch ein Blick auf Aktionen wie Austrian Surprise, das Blind Booking in der Business Class ab 199 Euro – nach demselben Prinzip: erst rechnen, dann buchen.
Business Comfort: Was steckt hinter dem neuen Lufthansa-Tarif?
Seit 28. April 2026 hat die Lufthansa Group ihre Europa-Tarife komplett umgebaut. Aus dem bisherigen Business Saver wurde Business Comfort – und der neue Name kommt mit einer versteckten Leistungskürzung, die kaum jemand am Radar hat:
- Nur noch ein Aufgabegepäckstück (max. 32 kg) statt bisher zwei – wer mit viel Gepäck reist, sollte das vor der Buchung wissen.
- Zwei Handgepäckstücke (je 8 kg) plus persönlicher Gegenstand bleiben inkludiert, ebenso Sitzplatzreservierung, Loungezugang, Priority-Services und der freie Mittelsitz.
- Nicht umbuchbar, nicht erstattbar. Wer Flexibilität braucht, muss zum deutlich teureren Business Flex greifen.
Für unseren spontanen Städtetrip war das alles kein Problem – aber gerade der Wegfall des zweiten Freigepäckstücks ist ein Punkt, den viele Stammkunden noch aus dem alten Tarif anders in Erinnerung haben. Wer den Unterschied zur echten Langstrecken-Business sehen will: Meinen Vergleich dazu findest du im Review der Qatar Airways Business Class von München nach Doha.
Die Anreise: Mit dem Bayern-Ticket für 44 Euro zum Flughafen München
Da der Abflug erst um 15:10 Uhr geplant war, haben wir den Regional Express um 10:05 Uhr ab Salzburg Hauptbahnhof genommen – Ankunft München gegen 12:55 Uhr, mit ausreichend Puffer für Verspätungen und genug Zeit für die Lounge. Umgestiegen sind wir am Münchner Ostbahnhof in die S-Bahn S8 zum Flughafen, die noch einmal rund 30 Minuten bis zu den Terminals braucht. Gesamte Fahrzeit: etwa drei Stunden.
Der Clou: Mit dem Bayern-Ticket haben wir für zwei Personen zusammen nur 44 Euro bezahlt. Zum Vergleich – allein das Parken am Flughafen für fünf Tage wäre teurer geworden, vom Sprit ganz zu schweigen. Mit dem Auto wären wir zwar schneller gewesen, aber wegen der Rückkehr nach Wien fiel diese Option ohnehin aus.
Am Terminal noch ein kurzer Stopp im Drogeriemarkt für die letzten Besorgungen – bei mir ein kleines TSA-Zahlenschloss, weil ich zum ersten Mal meine Duffel Bag von The North Face als Reisegepäck verwendet habe. Mein ehrliches Fazit dazu vorweg: nicht empfehlenswert. Eine 15-Kilo-Tasche ohne Rollen schleppt man am Flughafen ganz schön weit. Warum bei mir sonst immer ein Rollkoffer mitkommt, steht in meiner Reise-Packliste als Flugbegleiter.
Und nein, die 2 Euro für einen Gepäckwagen habe ich aus Prinzip nicht bezahlt – bei den Gebühren, die ohnehin in jedem Ticket stecken, sollte ein Gepäckwagen ein kostenloser Service sein. Ein Pfandsystem wie im Supermarkt? Gerne. Aber extra zahlen? Nicht mit mir.
Check-in am Terminal 2: Wo ist der persönliche Service geblieben?
Terminal 2 ist das Zuhause von Lufthansa und Star Alliance in München. Mein letzter Abflug von dort liegt Jahre zurück – während meiner Zeit als Flugbegleiter bei British Airways war ich stets am Terminal 1 unterwegs – und ich war überrascht, was sich getan hat. Leider nicht nur positiv.
Der klassische Check-in beim Bodenpersonal existiert praktisch nicht mehr. Selbst im exklusiven Business- und First-Class-Bereich stehen nur noch Self-Service-Automaten. Man checkt am Touchscreen ein, druckt die Baggage Tags selbst, bringt sie selbst an und gibt das Gepäck am Automaten auf.
Ich sage es ganz offen: Das hat mich irritiert. Der persönliche Service macht doch den Unterschied in der Business Class aus – das freundliche „Guten Tag“, die Lufthansa-Uniform am Schalter, das Gefühl, dass sich jemand kümmert. In der Economy erwarte ich Self-Service, aber hier? Und ich frage mich ernsthaft: Was machen ältere, technisch weniger affine Passagiere oder Familien mit Kindern, die sich durch die Touchscreens kämpfen müssen?
Bei mir kam erschwerend hinzu, dass der Online-Check-in im Zug nicht funktioniert hatte. Die Internetverbindung auf der Strecke Salzburg–München ist schlicht schlecht. Ich wollte unterwegs noch unseren Sitzplatz von der letzten Reihe umbuchen – möglich war das ausgerechnet nur in die erste Reihe: 1A und 1C waren frei, allerdings mit einem Aufpreis von 29 Euro pro Sitzplatz. Ja, richtig gelesen: Auch im Business-Comfort-Tarif kostet die Reihe 1 extra, obwohl eine Sitzplatzreservierung grundsätzlich inkludiert ist.
Die Bezahlung klappte wegen der Verbindungsabbrüche erst im dritten Anlauf, der Check-in danach gar nicht mehr. Am Flughafen durfte ich dann „ausnahmsweise“ an einen mit „Issues“ beschilderten Schalter für Online-Check-in-Probleme – der einzige Kontakt mit einem Menschen im gesamten Check-in-Prozess. Kurioserweise tauchte bei meiner Schwester die Bordkarte irgendwann wie von selbst in der App auf.
Sicherheitskontrolle: Die neuen CT-Scanner sind ein Gamechanger
Danach ging es mit der Fastlane – im Business-Tarif inkludiert – zur Sicherheitskontrolle, und hier hat München richtig aufgeholt: Die neuen CT-Scanner sind im Einsatz, das heißt keine Beschränkungen mehr bei Flüssigkeiten, Laptops und Elektronik bleiben in der Tasche. Es ging erfreulich schnell.
Eine persönliche Anmerkung als Ex-Flugbegleiter: Ich bin bis heute kein Fan der Bodyscanner. Zu meiner aktiven Zeit war es unter Crews üblich, statt durch den Bodyscanner durch den klassischen Metalldetektor zu gehen – wer wöchentlich fliegt, wollte sich keine zusätzliche Strahlenbelastung antun. Der Fairness halber: Die heute in der EU eingesetzten Scanner arbeiten mit Millimeterwellen, also ohne ionisierende Strahlung, und gelten nach aktuellem Stand als unbedenklich. Die alte Crew-Gewohnheit sitzt bei mir trotzdem tief.
Lufthansa Lounge München: Gut bestückt, aber an der Kapazitätsgrenze
Duty-Free-Shopping innerhalb der EU spare ich mir grundsätzlich, also ging es direkt zur Lufthansa Business Lounge bei den G-Gates. Schon die Beschilderung war nicht die beste – und weil beim Check-in kein Mensch mit uns gesprochen hatte, wusste auch niemand uns zu sagen, dass es näher an unserem Abfluggate eine weitere Lounge im Satellitenterminal gegeben hätte.
Mein Tipp: Wer von den K-Gates abfliegt, fährt am besten gleich mit dem Terminalzug hinüber und nutzt die Lounge dort (in der Nähe von Gate K11).
Ein Montagnachmittag im August, mitten in der Ferienzeit – entsprechend voll war die Lounge. Wir ergatterten einen der letzten freien Plätze. Negativ fiel sofort die Sauberkeit auf: Das Personal kam mit dem Abräumen des schmutzigen Geschirrs sichtbar nicht nach, und auch die Böden hätten von einer Reinigung profitiert. Bei normaler Auslastung dürfte die Lounge angenehm geräumig sein, zur Hauptreisezeit war sie schlicht überlastet.
Das Angebot selbst konnte sich dagegen sehen lassen und wurde durchgehend gut nachgefüllt: verschiedene Stationen mit Getränken, warmen Speisen, Desserts, einer Brot- und Brezenstation und – mein heimlicher Favorit – einer Haribo-Süßigkeitenstation mit Apfelringen und Gummibärchen.
Bei den warmen Gerichten gab es eine vegetarische Option und ein Chili con Carne mit Reis. Meine Schwester und ich mussten lachen: Wem fällt eigentlich ein, ausgerechnet ein Chili mit ordentlich Bohnen in einer Flughafen-Lounge zu servieren – kurz bevor sich alle in eine enge Flugzeugkabine setzen?
Die Getränkeauswahl war großzügig: Helles und Weißbier frisch von der Selbstzapfanlage (großartig!), dazu Campari, Aperol und weitere Spirituosen, ein kleines Salatbuffet mit Schinken, Obststation mit Äpfeln und Bananen – die bei einigen Gästen als Wegzehrung sehr beliebt war – und zum Dessert Panna Cotta oder Schokocreme. Auch der Rosé-Sekt war sehr gut.
Als die Verspätung unseres Fluges klar wurde (dazu gleich mehr), haben wir auch die kleinere Lounge im Satellitenterminal bei den K-Gates getestet: deutlich kompakter, aber mit praktisch identischem Speisen- und Getränkeangebot – und ebenfalls gut gefüllt.





Verspätung und Boarding: Eine Stunde warten ohne regelmäßige Updates
Am Gate K18 dann die Überraschung: Verspätung. Zunächst hieß es, das Boarding starte wegen der verspäteten Ankunftsmaschine etwa 15 Minuten später. Kurios wurde es in der Satelliten-Lounge: Auf meine Frage nach der neuen Boarding-Zeit erklärte mir die Mitarbeiterin an der Rezeption, der Flug sei gar nicht verspätet und das Boarding beginne jetzt. Erst als ich ihr die Verspätung in der Lufthansa-App zeigte, hieß es: „Ah, jetzt sehe ich es in meinem System auch.“
Zurück am Gate wurde aus 15 Minuten Stück für Stück eine Stunde Verspätung – ohne dass anfangs kommuniziert wurde, wie lange es dauern würde. Das Warten war unangenehm: keine Sitzmöglichkeiten in Gate-Nähe, nur Shops und Restaurants, dazu Hitze. Fast 40 Minuten standen wir am Gate. Vor allem Familien mit Kinder und ältere Fluggäste haben mir sehr leid getan.
Der Grund für die Verspätung, wie ich später erfuhr: Personalmangel beim Bodenpersonal des Flughafens München – konkret bei den Mitarbeitern, die für Rollstühle zuständig sind. Passagiere der Ankunftsmaschine mussten fast 50 Minuten auf einen Rollstuhl warten, und erst danach konnte unser Boarding beginnen. Für die betroffenen Passagiere ist so eine Wartezeit übrigens noch ärgerlicher als für uns am Gate.
Beim Boarding selbst wurde konsequent auf die Gruppen geachtet – mit unseren Business-Plätzen waren wir in Gruppe 2, denn Gruppe 1 ist HON Circle Membern und Kindern bis fünf Jahre vorbehalten. Wobei: Einige Familien mit Teenagern identifizierten sich zum Boarding-Zeitpunkt spontan als „Familie mit Kleinkindern“ und marschierten mit Gruppe 1 durch. Und als Gruppe 2 aufgerufen wurde, lehnte der Scanner unsere Bordkarten zunächst ab – das System war noch nicht auf Gruppe 2 umgestellt. Kleinigkeiten, aber sie summieren sich.
Sitz und Kabine: Lohnt sich die erste Reihe im A320?
Dann endlich: über die Fluggastbrücke in die erste Reihe, 1A und 1C. Wie auf europäischen Kurzstrecken üblich, ist der Business-Class-Sitz identisch mit dem Economy-Sitz – der Komfortgewinn besteht im freien Mittelsitz. Das ist die branchenübliche Lösung, wobei es bessere gibt: British Airways etwa setzt auf Converter Seats, bei denen aus dem Mittelsitz eine echte Ablagefläche mit mehr Breite wird. Bei Lufthansa bleibt der Sitz so schmal wie in der Economy, nur eben mit Freiraum daneben.
Meine ehrliche Sitzplatz-Analyse nach diesem Flug: 1A ist top, 1C ist nicht empfehlenswert. Auf 1C sitzt man praktisch halb im Durchgang zur Galley, hat die Füße quasi schon in der Bordküche und blickt teilweise direkt auf die arbeitenden Flugbegleiter. Zu zweit wären 1D und 1F die bessere Wahl gewesen, alleine immer 1A.
Meine Schwester saß während des Boardings übrigens auf dem freien Mittelsitz 1B – ein alter Flugbegleiter-Trick, wenn man am Gang sitzt: So muss man sich nicht von jedem vorbeidrängenden Passagier die Taschen am Gesicht vorbeischieben lassen.
Was mich im A320 – immerhin ein relativ neues Flugzeug – zunächst überrascht hat: keine Bildschirme. Kein Monitor für die Safety-Demonstration (die kam klassisch manuell von der Crew), keine Moving Map an der Decke. Im Jahr 2026 wirkt das erst einmal wie eine Sparmaßnahme – aber Lufthansa hat einen Ausgleich an Bord, der mir richtig gut gefallen hat: kostenloses WLAN für Messaging während des gesamten Fluges. WhatsApp und andere Messenger funktionieren gratis, und im Bordportal gibt es eine Moving Map auf dem eigenen Smartphone.
Man verzichtet also auf nichts, nur weil der Bildschirm fehlt – man schaut eben aufs eigene Gerät. Für einen Kurzstreckenflug ist das ehrlicherweise die zeitgemäßere Lösung, auch wenn ich das Kabinen-Feeling mit Monitoren weiterhin vermisse.
Catering und Service: Hier spielt Lufthansa ihre Stärke aus
Eine Stunde nach geplantem Abflug waren wir in der Luft – und ab hier drehte der Flug komplett ins Positive. Zunächst wurde eine kleine Speise- und Getränkekarte im A6-Format verteilt. Mein erster Gedanke: „Ganz schön klein, da wurde gespart.“ Mein zweiter Gedanke, eine Woche später auf dem Austrian-Rückflug: Dort gab es gar keine Karte – plötzlich fand ich die Mini-Karte richtig charmant.
Die Auswahl konnte sich für eine Kurzstrecke wirklich sehen lassen:
- Vorspeise: Grillgemüse-Terrine mit Feta und Salsa Verde
- Hauptgang zur Wahl: gebratene Maispoulardenbrust mit Morchel-Rahmsauce, Erbsen-Kartoffel-Zucchini-Gemüse und Wildreis – oder vegetarisch Spinat-Schlutzkrapfen mit Bergkäsesauce und Edamame
- Dessert: Holunderblütentörtchen in Vanillesauce
Alles im Business-Tarif inkludiert – im Gegensatz zur Economy, wo Essen und Getränke inzwischen kosten.
Kurz nach der Karte folgte ein heißes Erfrischungstuch – frisch mit heißem Wasser aufgegossen, richtig gute Stoffqualität, kein lauwarmes Einwegtuch. Danach Cashewnüsse zur Getränkerunde. Ich entschied mich für ein Glas Sekt und prickelndes Mineralwasser, serviert in schönen Lufthansa-Gläsern auf Lufthansa-Servietten.
Der Sekt: ein Riesling Brut vom Weingut Motzenbäcker – für eine Kurzstrecke wirklich schön zu trinken. Klar, ein Champagner wäre schöner gewesen, aber den gibt es weder bei Lufthansa noch bei Austrian auf der Kurzstrecke. Danach kam das Tablett mit Vorspeise, Hauptgang und Dessert, zum Abschluss wurden Schokoladenpralinen gereicht.




Und dann das, was diesen Flug wirklich getragen hat: die Crew. Die Münchner Besatzung war herausragend – freundlich mit echtem Charme, aufmerksam, mit einem angenehmen, flüssigen Serviceablauf und diesem einen Detail, das gute Crews auszeichnet: Es wurde ständig nachgefragt, ob man noch etwas trinken möchte. Als Ex-Flugbegleiter achte ich auf Servicefluss und Timing – hier saß alles. Danke an dieser Stelle an die tolle Crew von LH1754.
Ankunft in Athen: Priority-Gepäck mit gemischter Bilanz
Nach 2 Stunden und 18 Minuten Flugzeit landeten wir in Athen. Die Fluggastbrücke war schnell am Flieger, und an der Gepäckausgabe zeigte sich das Priority-Handling von seiner launischen Seite: Meine Tasche war tatsächlich unter den ersten auf dem Band – die meiner Schwester kam trotz Priority-Tag erst mit den letzten Economy-Koffern. Fifty-fifty also.
Vom Terminal ging es mit der Metro (blaue Linie 3) direkt ins Zentrum von Athen. Wer für Griechenland mobiles Internet braucht, ohne MobiMatter-Überraschungen zu riskieren: Welche MobiMatter ich dafür seit Jahren nutze, habe ich im eSIM-Vergleich 2026 aufgeschrieben.
Die Kosten im Überblick
| Posten | Preis |
|---|---|
| Flüge Business Comfort, 2 Personen (MUC→ATH mit LH + ATH→VIE mit OS) | 1.178,82 € |
| Sitzplatz-Upgrade Reihe 1 (2 × 29 €) | 58,00 € |
| Bahn Salzburg → Flughafen München (Bayern-Ticket, 2 Personen) | 44,00 € |
| Gepäckwagen am Flughafen | 0,00 € (aus Prinzip) |
| Pro Person (Flüge inkl. Reihe 1) | ca. 618 € |
Zum Vergleich: Der klassische Retour-Flug ab München hätte rund 800 Euro pro Person gekostet – der Gabelflug hat uns gemeinsam über 420 Euro gespart. Dass Business Class auf der Kurzstrecke auch deutlich günstiger geht, zeigt mein Fund Salzburg → London in der Austrian Business Class ab 257 Euro.
Business class review · Lufthansa · MUC → ATH
Lufthansa Business Comfort im A320 - mein ehrliches Urteil
MEIN FAZIT
Bewertung im Überblick
Airbus A320 - Reihe 1
🪑 Sitz & Komfort
🍽️ Essen & Trinken
🤝 Service & Crew
🎁 Amenities
📶 WLAN & Konnektivität
🏨 Bodenservice
GESAMTWERTUNG
von 5 Sternen
Empfehlenswert
Fazit: Solides Produkt, herausragende Crew – zu einem Preis mit Schmerzgrenze
Das harte Produkt ist ehrlich gesagt Durchschnitt: Der Sitz ist der gleiche wie in der Economy, Bildschirme fehlen (immerhin gut kompensiert durch kostenloses Messaging-WLAN und die Moving Map im Bordportal), und der Bodenservice in München hat mit dem Self-Service-Umbau ein Stück Business-Class-Gefühl verloren. Die Verspätung – verursacht durch Personalmangel beim Flughafen-Bodenpersonal – ist bei einem Städtetrip ärgerlicher als auf der Langstrecke, und dass ein Priority-Koffer als einer der letzten kommt, sollte nicht passieren.
Und trotzdem: Ich würde jederzeit wieder mit Lufthansa Business Comfort nach Athen fliegen. Das Catering war sehr gut, die Getränkeauswahl stimmte, und die Crew hat mit ihrem Service den entscheidenden Unterschied gemacht – genau das, was man mit einem Business-Ticket eigentlich kauft.
Meine Schmerzgrenze beim Preis: die rund 590 Euro pro Person, die wir für den Gabelflug bezahlt haben. Mehr wäre mir dieses Produkt auf der Kurzstrecke nicht wert – und mit dem Gabelflug-Trick muss es das auch nicht sein. Mein Tipp für dich: Bevor du eine Retour-Verbindung buchst, rechne einmal den Gabelflug über den Nachbarflughafen durch. 400 Euro Unterschied sind kein Einzelfall.
Wie sind deine Erfahrungen mit der Lufthansa Business Class auf der Kurzstrecke – oder mit dem neuen Business-Comfort-Tarif? Schreib es mir in die Kommentare, ich antworte auf jeden Kommentar.
Häufige Fragen zu Lufthansa Business Comfort
Was ist der Unterschied zwischen Business Comfort und dem alten Business Saver?
Business Comfort ist seit 28. April 2026 der neue Name des günstigsten Business-Tarifs auf den Europa-Strecken der Lufthansa Group. Wichtigste Änderung: Es ist nur noch ein Aufgabegepäckstück (max. 32 kg) inkludiert statt bisher zwei. Der Tarif ist nicht umbuchbar und nicht erstattbar.
Ist der Sitz in der Lufthansa Business Class auf der Kurzstrecke besser als in der Economy?
Nein, der Sitz ist identisch. Der Komfortgewinn besteht im garantiert freien Mittelsitz, mehr Beinfreiheit in den vorderen Reihen sowie Extras wie Lounge, Fastlane, Priority Boarding und inkludiertem Catering.
Kostet die erste Reihe bei Lufthansa extra – auch in der Business Class?
Ja. Eine Sitzplatzreservierung ist im Business-Comfort-Tarif zwar inkludiert, die Reihe 1 kostet aber einen Aufpreis – auf unserem Flug 29 Euro pro Sitz. Meine Empfehlung: 1A alleine, 1D und 1F zu zweit; 1C würde ich wegen der Nähe zur Galley meiden.
Gibt es WLAN an Bord der Lufthansa auf der Kurzstrecke?
Ja. Auf unserem A320neo war WLAN für Messenger-Dienste wie WhatsApp während des gesamten Fluges kostenlos. Im Bordportal gibt es zusätzlich eine Moving Map fürs eigene Smartphone – ein guter Ersatz für die fehlenden Bildschirme.
Was gibt es in der Lufthansa Business Class von München nach Athen zu essen?
Auf unserem Flug wurde ein komplettes Menü serviert: Grillgemüse-Terrine mit Feta und Salsa Verde als Vorspeise, wahlweise Maispoulardenbrust mit Morchel-Rahmsauce oder vegetarische Spinat-Schlutzkrapfen als Hauptgang und ein Holunderblütentörtchen als Dessert – inklusive Getränken, heißem Erfrischungstuch und Pralinen.
Lohnt sich ein Gabelflug nach Athen?
In unserem Fall ja: Hinflug ab München mit Lufthansa, Rückflug nach Wien mit Austrian kostete rund 590 Euro pro Person – der klassische Retour-Flug ab München hätte etwa 800 Euro gekostet. Es lohnt sich immer, vor der Buchung verschiedene Flughafen-Kombinationen durchzuspielen.
Wie komme ich günstig von Salzburg zum Flughafen München?
Mit dem Regional Express nach München Ost und weiter mit der S-Bahn S8 zum Flughafen. Mit dem Bayern-Ticket zahlten wir 44 Euro für zwei Personen, die Fahrzeit beträgt insgesamt rund drei Stunden.
Weiterlesen auf erstereihe.at
- Qatar Airways Business Class München–Doha: Mein ehrlicher Review
- Meine Reise-Packliste als Flugbegleiter
- Salzburg → London: Austrian Business Class ab 257 €
- Austrian Airlines Business Comfort im Test: Athen–Wien (OS802) – folgt
- Lufthansa vs. Austrian Business Class im Direktvergleich – folgt






